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Kaffeeanbau in Indonesien und Sumatra: Kaffee wird in Indonesien bereits seit 1696 angepflanzt, damals fast ausschliesslich auf Java und eingeführt von den Holländern. Da die natürlichen Bedingungen auf Java aber für Arabica Kaffees nicht unbedingt geeignet sind (nicht genügend Höhe), wurden die Plantagen mehrfach im Lauf der Jahrhunderte durch Schädlinge komplett zerstört. Bekannte Kaffees kommen aus Sulawesi, Papua Neu Guinea und Sumatra.

Nachdem 1924 im Norden Sumatras eine Strasse von der Küste ins bis dahin unerschlossene Gayo-Hochland gebaut worden war, pflanzten wiederum die Holländer den ersten Arabica in der Provinz Aceh an, fast ausschließlich in den beiden Bezirken Bener Maria und Aceh Tengah, mit dem Zentrum Takengon als Hauptstadt.

Takengon selbst liegt herrlich auf ca. 1.100 m Höhe an einem 12 km langen Kratersee, der durch einen gewaltigen Vulkanausbruch entstanden ist.

Das Gebiet wurde deshalb erst sehr spät erschlossen, da in dem schwer zugänglichen Hochland Sumatras bis weit ins 20. Jahrhundert Kopfjäger eine Gefährdung waren. Durch die Unabhängigkeitsbstrebungen und den damit verbundenen Buergerkrieg von 1990 bis zum Tsunami, in dem ca. 110.000 Menschen starben, kam der Kaffeeanbau in den Jahren nach 1995 bis ca. 2004 fast völlig zum Erliegen, die Anbaugebiete verwilderten.

Nach dem Tsunami, der in der Provinz Aceh ca. 210.000 Todesopfer forderte (jedoch im Küstenstreifen) und in deren Folge die gesamte internationale Gemeinschaft über Aceh hereinfiel, wurde in 2005 das Helsinki-Abkommen zwischen den Konfliktparteien beschlossen und der Konflikt beendet. Bereits seit ca. 2003 unternahmen wagemutige namhafte Kaffee-Händler erste Versuche, die Plantagen zu rehabilitieren und wieder Kaffee zu ernten. Diese Versuche werden seit ca. Mitte 2005 massiv von internationaler finanzieller Hilfe und mit riesiger Motivation der sehr fleißigen Kaffeebauern unterstützt und in 2006 wurden bereits wieder ca. 8.000 Tonnen Kaffee exportiert. Die Nachfrage nach Gayo-Highland Coffee weltweit wächst kontinuierlich, vor allem auf Grund seiner hohen Qualität und des intensiven Aromas. Auf Basis der derzeitigen weltweiten Nachfrage rechnet man damit, dass in ca. 5 Jahren etwa 100.000 Menschen sich von diesem Produkt in dieser Region ernähren können unter der Voraussetzung, dass die Qualität gehalten und ausgebaut werden kann. Der Begriff „Érnähren können“ ist dabei wörtlich zu nehmen: Sie werden ein Einkommen haben, das sicherlich erheblich über dem indonesischen durchschnittlichen Lebensstandard liegt und Ernährung, Bildung und ein Minimum an Gesundheitssystem sichert. Insbesondere das Gesundheitssystem ist derzeit noch sehr dürftig und der Ausbau dringend notwendig.

Tassenprofil: mittelkräftig bis kräftig, leichte Säure, etwas Holz mit Kakaonoten im Abgang.

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